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Die LCHF Diät / Low Carb High Fat Diät

Die eigentliche Low Carb High Fat Diät kurz LCHF Diät kommt aus Schweden, obwohl die ersten Ansätze dazu zum Teil aus ganz unterschiedlichen Ecken der Welt kamen. Sie ist eine Low Carb Diät Variante, die sich unabhängig von der allseits bekannten Atkins Diät entwickelte. Bei dieser LCHF Ernährungsform werden ebenfalls die Kohlenhydrate auf ein Minimum von 0 bis 50g pro Tag reduziert, nur das hier die dadurch fehlende Nahrungsmenge durch natürliche Fette aus fettem Fleisch oder tierischem Fett wie beispielsweise Butter ersetzt wird. Diese Diät geht jedoch noch einen Schritt weiter, indem sie neben den kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln auch künstliche Zusatzstoffe wie Süßstoffe oder Konservierungsmittel ausschließt. Die Nahrung soll möglichst natürlich und unverfälscht sein. Diese fettreiche, kohlenhydratarme Ernährungsweise ist in Schweden schon seit vielen Jahren weit verbreitet, nur dass sie anfangs noch nicht unter Bezeichnung LCHF Diät bekannt war. Sie ist im Grunde eine Lebenseinstellung und basiert auf der Erkenntnis, dass der Organismus tierische Fette benötigt um stabil zu funktionieren, Kohlenhydrate jedoch eher kontraproduktiv sind, da sie nur eingelagert und in Fettpolster umgewandelt werden. Der Ursprung dieser äußerst kohlenhydratreduzierten Diät lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Denn es beschäftigten sich seit Mitte der 50er Jahre gleich mehrere Mediziner und Wissenschaftler gleichzeitig mit der Erforschung des menschlichen Stoffwechsels in Bezug auf die Ernährung und die Leibesfülle. Die ersten Ansätze dazu erarbeiteten höchstwahrscheinlich die beiden britischen Wissenschaftler Professor Alan Kekwick und Dr. Gaston L.S. Pawan, die bei ihrer Arbeit am Londoner Middlesex Hospital herausfanden, das eine unterschiedlich hohe Zufuhr von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen bei konstanter Kalorienzufuhr einen vollkommen unterschiedlichen Einfluss auf das Gewicht hat. Das insbesondere Kohlenhydrate und nicht Kalorien für die Fettzunahme verantwortlich sind. Diese Erkenntnisse veröffentlichten sie im Jahr 1956 in der ältesten medizinischen Fachzeitschrift der Welt „The Lancet“ in dem Artikel „Calorie intake in relation to body-weight changes in the obese“ ("Kalorienzufuhr in Bezug auf Veränderungen des Körpergewichts hin zum Übergewicht"). Zu den gleichen Resultaten kam auch der Leiter der ersten britischen Klinik für Fettsucht und Lebensmittelallergien der Pakistaner Dr. Richard MacKarness bei seinen Studien am Park Prewett Hospital in Basingstoke in Hampshire. Er fand heraus, dass es bei der Verwertung von Kohlenhydraten häufig zu Stoffwechselstörung kommt, das fettarme und kohlenhydratreiche Nahrung viele Krankheiten verursacht und viele Menschen äußerst empfindlich und mit erheblichen gesundheitlichen Beschwerden auf Kohlenhydrathaltiges reagieren. Das allerdings eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung auffallend gesundheitsfördernd ist und sich zudem günstig auf die Figur auswirkt. Sein Buch dazu erschien 1958 und hieß "Eat Fat and Grow Slim" (deutsch: „Iss Fett und werde schlank“), was gewissermaßen einer Ketogenen Diät Empfehlung gleichkam. Keine zwei Jahre später erschien das Buch "Calories don’t Count" (deutsch: „Kalorien zählen nicht“), von dem aus Rumänien stammenden New Yorker Arzt Dr. med. Herman Taller, der darin seine Forschungsresultate zum Einfluss der Kalorien auf das Gewicht eines Menschen veröffentlichte. Wobei er feststellte, dass nicht die Höhe, sondern die Herkunft der Kalorien ausschlaggebend ist und die Kohlenhydrate aus der Nahrung das eigentliche Problem für den Organismus darstellen, dass nur eine kohlenhydratreiche Ernährung die Insulin Produktion anregt und damit den Aufbau von Körperfett fördert. Zu derselben Erkenntnis gelangte auch der amerikanische Wissenschaftsjournalist Gary Taube, der Anfang der 60er Jahre eine Reihe von medizinischen Studien in Bezug auf den Einfluss der Kohlenhydrate und deren Auswirkungen auf den Organismus analysierte. Er erkannte den Zusammenhang zwischen der Insulinausschüttung und dem Hungergefühl und das der Verzehr von kohlenhydrathaltiger Nahrung nicht nur den Appetit anregt, sondern dass man schneller wieder Hunger hat, womit die Fettspeicher im Körper beständig anwachsen und der Proband immer dicker wird. Während bei kohlenhydratarmer, fett- und proteinhaltiger Nahrung kein Insulin ausgeschüttet wird und bei deren Verarbeitung die Fettdepots im Körper abgebaut werden, man dementsprechend abnimmt. Dies stellte auch der englische Ernährungswissenschaftler und Physiologe John Yudkin bei seinen Studien über die Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Zucker und zuckerhaltigen Süßmitteln und verschiedenen degenerativen Erkrankungen fest. Seine Analysen publizierte er 1972 in seinem Buch „Pure, White and Deadly“ (deutsch: Rein, weiß und tödlich). Fast zur gleichen Zeit befasste sich auch der schwedische Professor für Innere Medizin der Universität Göteborg und Direktor der Medizinischen Klinik Lars Werkö mit einer sehr ähnlichen Thematik. Er untersuchte in intensiven Studien den Zusammenhang von tierischem Fett, fetthaltigen Lebensmitteln und den Cholesterin- und Blutfettwerten in Bezug auf den Gesundheitszustand. Er bewies, dass es kein gutes oder schlechtes Cholesterin gibt, das beide wichtig und lebensnotwendig für die Zellen aller Säugetiere sind. Lediglich Stress, körperliche Aktivitäten und die Veränderung des Körpergewichts haben einen Einfluss auf die Cholesterinwerte und damit auf die Gesundheit, da ein hohes Cholesterinlevel das Immunsystem stärkt. Gerade Naturvölker, die sich fast ausschließlich von gesättigten, tierischen Fetten ernähren, wie beispielsweise die Eskimos und Massai`s sind gesünder und krankheitsresistenter als Bewohner der Industriestaaten. Das eine Ernährungsumstellung auf eine kohlenhydratfreie, ketogene Diät den Gesundheitszustand verbessert und stabilisiert. Eine japanische Langzeitstudie zu diesem Thema belegte sogar, dass tierisches Fett und Cholesterin das Risiko eines Schlaganfalls beträchtlich reduzieren. Das cholesterinreiche Lebensmittel mit vielen tierischen Fetten wie Fleisch, Butter, Sahne, Milch, Käse, Eier und fetter Fisch für die normale Entwicklung des Gehirns und Nervensystems bei Säuglingen und Kindern lebenswichtig sind. Diese Berichte und einige ähnliche Publikationen verglich der dänische Forschungswissenschaftler und Mediziner für Innere Medizin und Nephrologie Dr. Uffe Ravnskov am schwedischen Universitätsklinikum in Lund mit seinen jahrelangen Forschungen zur Problematik von Cholesterin und fettreicher, kohlenhydratarmer Ernährung. Dabei entdeckte er, dass eine fettreiche aber kohlenhydratarme bzw. Low-Carb, High-Fat Ernährung keinen Einfluss auf die Herzgesundheit hat. Im Gegenteil Fett hat eindeutig eine sättigende Wirkung, es beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und hat eine positive Energiebilanz. Fett macht nicht fett, sondern schlank, wenn man sich dabei kohlenhydratarm ernährt. Er erkannte, dass der schlechte Ruf von Nahrungsfetten völlig unberechtigt ist und nur durch vorsätzliche Ungenauigkeiten, Übertreibungen und Fehlinterpretationen entstanden ist. Eine Panikmache der Industrie, damit mehr Kohlenhydratreiches gegessen wird, obwohl dies nachweislich krank macht und kohlenhydratreiche Nahrung wie Gluten, Zucker und Getreide bewiesenermaßen Darmschädigungen verursacht und Fettleibigkeit samt ihrer gesundheitlichen Folgeerscheinungen begünstigt. Ein profitables Geschäft für die Getreide-, Zucker- und Pharmaindustrie, ein fatales für die Bevölkerung, die sich im guten Glauben völlig falsch ernährt. Diesen Skandal machte Ravnskov öffentlich und auch wenn er sein Buch „The Cholesterol Myths" (deutsch: „Die Cholesterin-Mythen“) erst 1991 veröffentlichte, war er doch maßgeblich an dem Umbruch der neuen schwedischen Ernährungsempfehlung beteiligt. Denn aufbauend auf seine und viele ähnliche Forschungen wurde in Schweden bereits im Jahr 1989 eine weit reichende Kampagne ins Leben gerufen, die ihre Bürger bewusst dazu aufruft, sich Low Carb und Ketogen zu ernähren und das nicht nur als kurzzeitige Diät, sondern prinzipiell eine totale Ernährungsumstellung zu machen. Die Schweden sollen sich fett- und eiweißreich ernähren, womit Schweden ganz offiziell von Low Fat zu High Fat und Low Carb wechselte. Eine Revolution in der Ernährungspolitik.