Stevia
Was ist Stevia?
Mit Stevia ist hier nicht die gleichnamige Berggruppe gemeint, die sich in Südtirol in dem italienischen Teil der Dolomiten im Naturpark Puez-Geisler an der nördlichen Talseite Grödens befindet und deren höchster Gipfel der Col da la Pieres mit 2759 m ist. Welche noch dazu für ihr faszinierend schönes Hochplateau mit den herrlich romantischen Almwiesen und saftigen Weiden und seine beindruckend gigantischen Felsformationen und steilen Dolomitwände in nordwestlicher Richtung sowie die riesigen Gebirgstürme in südöstlicher Richtung berühmt ist.
Nein hier, möchten wir über die ungewöhnlich erstaunliche Pflanze mit Namen Stevia berichten, die Botanisch gesehen zur Systematik der Euasteriden II, der Ordnung der Asternartigen bzw. Asterales, der Familie der Korbblütler bzw. Asteraceae, der Unterfamilie der Asteroideae und dem Tribus Eupatorieae der Gattung der Stevien gehört. Womit sie Familiär gesehen mit Zichorie, Sonnenblume und Löwenzahn aber auch mit Astern und Chrysanthemen verwand ist. Wobei es nachweislich an die 235 verschiedene Stevien Sorten gibt, wovon jedoch nur zwei Arten das süßende diterpene Steviosid enthalten. Von diesen ist die Stevia rebaudiana Bertoni die bekannteste und dementsprechend auch wirtschaftlich ökonomisch bedeutendste Arten.
Nicht immer bzw. nicht in jeder Gegend ist die Stevia Pflanze indes unter ihrem botanisch korrekten Namen bekannt. So nennt man sie in Europa unter anderem auch Süßkraut, Süßblatt, Honigblatt oder Honigkraut, während man sie in ihren heimatlichen Anbaugebieten eher unter der Bezeichnung Caä Hee', Kaá-hè-é oder Eupatorium rebaudianum kennt. Ansonsten nennt man sie gelegentlich auch Azucacaa, Ca-a-jhei, Ca-a-yupi, Candyleaf, Capim Doce, Eira-Caa, Erva Doce, Honeyleaf, Honey Grass, Honey Yerba, Kaa Jheéé, Paraguayan Sweet Herb, Sugar Leaf of Paraguay, Sugar Plant of South America Sweet Plant, Yaa Waan oder Yerba dulce.
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Beschreibung der Stevia Pflanze
Die Stevia ist eine mehrjährige sehr kräftige krautige Stauden Pflanze, welche in den nördlichen Regionen von Südamerika sowie im Hochland des Grenzgebietes zwischen Brasilien, Paraguay und Argentinien beheimatet ist. Sie ist unheimlich wärmeliebend und dementsprechend auch überhaupt nicht ein bisschen frosthart, sondern sogar extrem kälteempfindlich, weswegen sie ja auch normalerweise nur in den Tropen und Subtropen wächst, es sei denn man stopft sie in ein beheiztes Gewächshaus. Die Stevia wird so zirka 40 bis 100 cm hoch und besitzt mehrere lanzenförmige etwa 2 bis 5 cm lange und zirka 2 cm breite Blätter, die sich gegenüber stehen. Sie bildet in ihren Blühphasen wohlgeformte sogenannte Trugdolden aus, das heißt Blütenstände bzw. Blütenkörbchen mit kleinen zarten weißen Blüten. Die Stevia ist selbststeril, kann sich also nicht selbst befruchten, weswegen sie auf Windbestäubung angewiesen ist, wobei das Saatgut, nicht älter als ein halbes Jahr sein darf, denn selbst bei frischen Samen liegt ihre Keimquote nur bei etwa 13 bis 15 Prozent. Was den kommerziell professionellen Anbau von Stevia Pflanzen etwas schwierig macht. Bodenmäßig ist die Stevia nicht ganz so anspruchsvoll, sie gedeiht auch auf relativ armen sandigen Böden, man sollte aber beachten, das sie einen ziemlich großen Bedarf an Phosphaten hat. Wenn man alles richtig macht, kann man etwa 6 Jahre lang 5 mal im Jahr die Pflanzen ernten, wobei nur die Pflanzenteile abgerupft werden die sich über dem Boden befinden, damit sich aus den im Boden verbliebenen Speicherwurzeln die Pflanze erneut regenerieren kann. Die Stevia ist ein extrem süßes Kraut, deren frische Blätter nach Süßholz schmecken und das hauptsächlich außergewöhnlich süße Diterpenglykoside enthält, die bis zu 300 mal süßer als der normale handelsübliche Zucker sind. Diese Eigenschaft brachte ihr den Ruf ein die süßeste Pflanze der Welt zu sein.
Herkunft und Geschichte der Stevia Pflanze
Die Stevia stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie vorwiegend im paraguayisch brasilianischen Grenzgebiet in der Gegend der Amambai Bergkette vorkommt, genauer gesagt im Departamento Amambay, was den Koordinaten 22-23° S und 55-56° W entspricht. Ansonsten ist sie auch in weiteren Regionen rund ums Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien aufzufinden, so unter anderem im Stromgebiet des Rio Ypane und im Quellgebiet des Rio Monday und auf dem Matto Grosso. In ihrer Heimat wird sie schon seit Jahrhunderten von den dort ansässigen Ureinwohnern den Guaranay-Indianern, zum versüßen des Tees, der Nahrung und sogar zu Medizinischen zwecken verwendet. In Europäischen Landen wurde die Stevia Pflanze und ihre außergewöhnlich süßende Wirkung erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, als die ersten spanischen Eroberer in ihre Heimat Spanien zurückkehrten und von ihr berichteten. Dem ungeachtet dauerte es noch mal etliche Jahre bis sich wirklich wieder jemand für die Stevia interessierte. So wurde sie erst im Jahr 1887 vom Schweizer Naturforscher, Botaniker und Direktor des agronomischen Institutes von Asunción in der Revista de Agronomía de Asunción Dr. Moises Giacomo Bertoni oder wie er mitunter in Paraguay genannt wird Dr. Moisés Santiago Bertoni genauer studiert. Der sie dann im Jahr 1899 unter dem Namen Eupatorium rebaudianum klassifizierte und sie namentlich dem aus Paraguay stammenden Chemiker Dr. Ovidio Rebaudi widmete, welcher sich intensiv mit den Eigenschaften der Pflanze beschäftigt hatte. Dieser Ribaudi extrahierte 1900 erstmalig aus den Stevia Blättern eine süße Substanz, welche er irrtümlich als Glycerrhizin identifizierte. Die Ergebnisse der Studien der beiden Forscher zu Lebensraum, Anlage und Eigenschaften der Pflanze wurden im Jahr 1901 durch einen Herr Gosling im englischen Blatt Kew-Bulletin publiziert. Allerdings musste Dr. Bertoni die Pflanze im Jahre 1905 auf anraten des International Botanical Verbands in Stevia rebaudiana Bertoni umbenennen, was er im ’Annexo Cientificos Paraguayos’ veröffentlichte. Dies tat er, da Botaniker des Kewer Institutes aufgrund der Blütenstruktur des Gewächses festgestellt hatten, das es sich um eine Stevia Pflanze handelt. 1908 isolierte ein im Reichsgesundheitsministerium angestellter Herr namens Rasenack eine weitere kristalline Substanz mit süßen Geschmack aus dem Blattwerk der Stevia, die auf erstaunliche weise einen Schmelzpunkt zwischen 200 und 210°C aufwies und sich zudem nur extrem schwer in Aceton und Methylalkohol auflösen ließ, sich dafür aber leicht in Wasser und Äthylalkohol löste. Womit er das Fehlurteil des Dr. Ovidio Rebaudi bewies und korrigierte, denn nicht das Glycerrhizin sondern ein Glukosid mit der Formel C42H72O2 hatte dieser in der Stevia entdeckt. Bereits ein Jahr später, im Jahr 1909 isolierte der deutsche Chemiker Karl Dieterich zwei weitere unterschiedliche Substanzen aus den Blättern der Stevia. Dies war einerseits das unkristalline amorphe bzw. formlose Rebaudin, das sich in Ethanol nicht auflöste, aber 180 mal süßer als Saccharose war und zum anderen das Eupatorin, das sich in Ethanol auflöste, farblose Kristalle bildete und 150 mal süßer als Saccharose war. 1915 ordnete der Pharmakologe Rudolf Kobert das Eupatorin dann den Saponinen zu, als er neben einer neutrale noch eine bitter-saure Substanz in der Stevia Pflanze fand, welche denen von Dieterichs Eupatorin ähnelte, die aber Wasser und Alkohol löslich war und eine 300fach stärkere süße als Saccharose aufwies. Bereits 1920 schaffte man es dann erstmals Stevia Pflanzen in Plantagen anzubauen, trotzdem dauerte es noch bis zum Jahr 1924 bis die von Kobert entdeckte Substanz von der Internationalen Union der Chemie in Kopenhagen anerkannt wurde. Im Jahr 1931 gelang es den Forschern Bridel und Lavieille dann weitere Süßstoffe aus der Stevia Pflanze zu isolieren. Wobei sie aus 1kg Stevia Blättern 60 bis 65 g Steviosid extrahierten und anhand von diversen Tierversuchen feststellten, das Steviosid kein Saponin ist. Dazu spalteten sie das Steviosid enzymatisch in d-Glukose Zucker und äußerst temperaturbeständiges kristallines Steviol Aglukon auf. Da bei zusätzlichen Studien von Pomeret und Lavieille an verschiedenen Tieren keinerlei toxische Reaktionen auf Steviol bei diesen nachgewiesen werden konnten, galt der Süßstoff somit als unbedenklich. Weswegen es nicht verwundert, das man während des zweiten Weltkrieges im englischen Melvilles in Cornwall verschiedene Anbauversuche mit Stevia rebaudiana Pflanzen als Zuckerersatz machte, die allerdings wegen der Witterungsbedingungen scheiterten. Trotz dieses Fehlversuchs setzte sich ab 1945 das Instituto Agronomico Nacional de Paraguay unter der Leitung von einem Herrn namens Gattoni für die industrielle Produktion von Steviosid ein. Weshalb sich immer mehr Chemiker mit der Erforschung der Stevia Pflanze und deren Steviosiden beschäftigten. So wurden 1952 die Hauptbestandteile des Stevia Naturstoffextraktes am National Institute of Arthritis and Metabolic Diseases bestimmt und 1954 die erste Kultivierung der Stevia rebaudiana Pflanzen in Gewächshäusern in Japan geschafft und somit deren Züchtungsmöglichkeiten außerhalb ihrer beheimateten Ausbreitung bewiesen. 1955 ordnete Erich Mosettig das Steviol den Hydroxydehydrostevinsäuren zu, Ruddat, Lang und Mossetig untersuchten 1963 die Wachstumseffekte von Steviol und entdeckten dabei ihre Gibberellin ähnliche Wirksamkeit. 1975 isolierte der Japaner Sakamoto die Süstoffartigen Substanzen Rebaudosid A und B aus der Stevia rebaudiana Pflanze und 1977 die Herren Kobashi und Tanaka Rebaudosid A, B, C, D, E und Dulcosid A und B. Von da an ist Steviosid das meistverwendete Süßungsmittel auf dem japanischen, chinesischen und koreanischen Markt und ihr Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Wobei sich die industrielle Produktion vorwiegend auf die Gebiete Zentralamerika, Brasilien, Paraguay, Uruguay, USA, Israel, Thailand und China beschränkt, ist Stevia inzwischend seit 2008 auch in Neuseeland, Australien, Japan und der Schweiz zugelassen und seit 2009 sogar in Frankreich. Nur im restlichen Europa diskutiert man seit Jahren über deren Zulassung und ist sich so uneins wie nie.
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Verbreitung der Stevia Pflanze
Da die Stevia Pflanze und damit auch die Stevia rebaudiana eine wärmeabhängige Pflanzen Staude ist, liegt der überwiegende Teil ihres natürlichen Vorkommens in den tropischen und subtropischen Regionen Südamerikas und da vorwiegend im Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien. Wo sie hauptsächlich in sumpfigen Ökosystemen vorkommt, deren mittlere Höhe bei 100 bis 200 m überm Nullpunkt liegt. Die sind zwar relativ geschützte Gegenden, da dort aber vereinzelt gelegentlich auch Rinderhaltung betrieben wird, findet man selbst da nur noch selten wildwachsende Stevia Stauden. (Auch Kühe sind eben Zuckerschnuten!) So das die eigentliche Süßstoffproduktion mit den Stevia Pflanzen heute hauptsächlich in industrielle genutzten Gewächshäusern und eigens für sie angelegten Anbaugebieten erfolgt. Wobei die Samen und Steckling Anzucht stets in Treibhäusern stattfindet um die Vegetationszeit der Stevia Pflanzen zu verlängern, was aber je nach Anbauregion ebenfalls nicht immer verhindert, das die Kultur wegen der fehlenden Frosthärte der Stevia jedes Jahr neu angelegt werden muss. In Regionen ohne Frosteinwirkung kann die Stevia Pflanze sogar bis zu 6 Jahre genutzt werden. Bei Freilandkulturen in anderen Gebieten sollte die Ernte jedoch spätestens im September und Oktober erfolgen, wichtig ist nur das sie vor dem ersten Frost abgeschlossen ist. In richtig guten Gebieten werden heute schon Erträge von 1000 kg pro Hektar erreicht, aus denen sich bis zu 60 kg reines Stevisoid extrahieren lassen. Der kommerziell professionelle Anbau der Stevia rebaudiana zur Süßstoffgewinnung erfolgt heutzutage vor allem in Teilen Süd- und Zentralamerikas Israels, Thailands und Chinas, von da aus wird es in alle Welt vermarktet.
Inhaltsstoffe und Bestandteile der Stevia Pflanze
Von der Stevia Pflanze lässt sich alles nutzen was über dem Boden wächst, als Blätter, Blüten und sogar der Stiehl. Sie ist vollgestopft mit allerlei positiven und vor allem extrem süß schmeckenden Inhaltstoffen, von denen es nachweislich 100 in der in den Blättern der Stevia rebaudiana gibt. Diese rein pflanzlichen Wirkstoffe gehören vor allem zu den Terpenen und Flavonoiden, wovon die acht gefundenen Glycoside wohl die wichtigsten sind. Wie beispielsweise das Diterpenglykosid Steviosid und das Rebaudiosid A, deren süßende Wirkung außerordentlich hoch ist. Genaugenommen ist die süßende Wirkung beim Steviosid sogar nahezu dreihundertmal süßer als bei Saccharose. Wobei der Gehalt an Stevisoid in der frischen Pflanze in der Regel so zirka bei 3,7 und 4,8 % liegt und der von getrockneten Stevia Pflanzen bei durchschnittlich etwa 7 %, was je nach Region und Anbaugebiet aber auch schwanken kann. Der Gehalt von dem besser wasserlöslichen und dazu auch noch 30 % süßeren Rebaudiosid A wurde hingegen vorwiegend in getrockneten Blättern nachgewiesen die es meistens zu 1,5 bis 4 % enthielten. Der von Rebaudiosid C lag noch bei fast 1 bis 2 % und der von Dulcosid bei 0,2 bis 0,7 %. Dazu kommen weitere Substanzen wie Steviolbiosid, Rebaudiosid D, E und F sowie Dulcosid A. Womit das Steviosid den allergrößten Anteil an den in den Stevia Blättern gefundenen Wirkstoffen ausmacht, wodurch die Blätter eine Süßkraft aufweisen die vielfach größer ist als die von normalen handelsüblichen Zucker.
Verarbeitungsmöglichkeiten von Stevia
Von der Stevia Pflanze kann man sowohl die Blüten, Blätter und auch den Stiel verwenden. Sie kann frisch also in natürlichen Zustand, getrocknet, gekocht und pulverisiert verwendet werden, schmeckt in Tee, Kaffee, Saft und in Softdrinks ebenso wie in Gebäck, Süßigkeiten, Marmeladen und Konfitüren und ist auch als Süßungsmittel in diversen Menüs und Speisen überaus lecker. Wobei es völlig egal ist in welcher Form das Stevia Produkt vorliegt, denn dies ist je nach Wunsch des Anwenders variabel anpassbar. So lässt sich je nach Zugabe Menge der einzelnen Pflanzenanteile und der Länge bzw. Dauer der angewandten Kochzeit die Konzentration der begehrten Flüssigkeit individuell verändern, so das angefangen vom Tee bis hin zum Sirup oder Fluidum alles möglich ist. Auch die getrockneten Blätter lassen sich komplett oder je nach Bedarf zerkleinert verwenden, genau wie sich die Feinheit des gewünschten Pulvers je nach Bedarf regulieren lässt.
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Produkte aus der Stevia Pflanze
Aus der Stevia Pflanze und ihren Erzeugnissen lassen sich sehr viele Leckereien und medizinisch, kosmetische Hilfsmittel bereiten. Sogar Kaugummis, diverse Süßigkeiten, Diät-Cola, Soft-Drinks, eingelegte Lebensmittel, verschiedene Joghurts, Fruchteis, Marmeladen, Konfitüren und selbst Tabakprodukte sowie Zahnpasta beinhalten heute oftmals Stevia Präparate. Man nutzt die aus der Stevia gewonnenen Essenzen aber auch in kosmetischen Produkten wie Cremes, Shampoos und Spülungen und ihre milde kalorienfreie süße in Light Getränken.
Es gibt allerdings auch reine Stevia Produkte in verschiedenerlei Form zu kaufen. Da sind einerseits die Stevia TABs bzw. Tabletten, die sich ideal dosieren lassen und von denen jeder winzig kleine Tab die Süßkraft eines großen Zuckerwürfels besitzt. Andererseits die Stevia Packets bzw. Briefchen und Sticks, die oft in Airlines und stets auch in unserem Shop angeboten werden und eine feinpulverisierte
Mixtur aus Steviol Glycosiden und pflanzlichen Ballast- bzw. Füllstoffen darstellen. Wobei die Steviol Glycoside, also die weißen kristallinen und vor allem süßen Inhaltsstoffe der Stevia, darüber hinaus obendrein als getrocknete Blätter und Pflanzenteile angeboten werden. Dann gibt es auch noch die flüssigen Stevia Konzentrate, wie die etwas grünlich gefärbten Wasserauszüge, welche man beim auskochen der Stevia Blätter erhält oder die helleren im Handel erhältlichen hochgradig konzentrierten Extrakte, deren lange Haltbarkeit mit Alkohol, Glyzerin oder ähnlich gearteten Konservierungsstoffen gewährleistet wird. Nicht zu vergessen ist auch der Stevia Sirup, dieses dunkle dickflüssige überaus beliebte Konzentrat, das man bei uns als klassisches Süßungsmittel nutzt und in Paraguay nebenher noch als Medizin bei Hauterkrankungen verwendet.
Medizinische Bedeutung
Langzeiterfahrungen und uralte traditionelle Überlieferungen der Guaraní-Indianer zeigen das Stevia Produkte und auch die Pflanze selber keiner negative Nebenwirkungen auf ihre Konsumierer haben. Im Gegenteil bei regelmäßiger Einnahme wirkt Stevia nachweislich blutdrucksenkend, herzstärkend, gefäßerweiternd und auch verdauungsfördernd. So ist Stevia außerdem hilfreich gegen Sodbrennen, Übergewicht, zu viel Harnsäure und durch ihre blutzuckersenkende bzw. regulierende Wirkung hilft sie Diabetikern ihren Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Ihr wird zudem eine medizinisch antimikrobielle Wirksamkeit bestätigt. so das sie inzwischend auch gegen Pilzbefall und als Wundheilmittel bei Haut-Erkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Ekzemen angewandt wird. Äußerlich kann man Stevia Produkte zu kosmetischen Zwecken nutzen um Haut und Haar frisch, jung und flexibel zu erhalten. So soll sie im Mix mit Heilerde Faltenbildung verhindern und Sonnenflecken mindern, hat sich aber auch bei Haarproblemen wie Haarausfall, Schuppenbildung, grauen Haaren und glanzlosem Haar bewährt.
Sie hilft ebenso bei körperlicher und geistiger Erschöpfung, da sie auf die Seele harmonisierend wirkt und Müdigkeit, Kraftlosigkeit sowie Abgespanntheit bekämpft. Das beste indessen ist, das die Stevia eindeutig Plaquehemmend wirkt, sie somit Karies und Zahnbelag verhindert und Zahnfleischbluten vorbeugt, womit sie total zahnfreundlich ist. Stevia Produkte machen außerdem nachweislich nicht abhängig, trotzdem sollte man Stevia Erzeugnisse nicht in Massen sondern wie alles im Leben nur in Maßen genießen.
Nutzen inklusive der Vor- und Nachteile von der Stevia Pflanze
Die Extrakte aus der Stevia Pflanze sind sicher bzw. medizinisch unbedenklich, rein natürlich und dazu noch erwiesenermaßen völlig kalorienfrei. Man benötigt von ihr zum Süßen im Gegensatz zu handelsüblichen Zucker oder Saccharose nur winzige Mengen und kann sie frisch, getrocknet aber auch gekocht verwenden ohne ihre Wirksamkeit einzuschränken. Da Stevia selbst bei dauerhafter Einnahme keine negativen Reaktionen hervorruft, keine Kalorien und kariesverursachenden Stoffe enthält und auch nicht süchtig macht, ist es selbst als Süßstoff für Kinder ideal geeignet. Es gab zwar auch ein paar äußerst zweifelhafte Testreihen in denen bei ein paar wenigen Ratten, Hamstern und Mäusen leichte fruchtschädigende und mutagene Reaktionen erfolgten, diesen armen Tierchen wurden allerdings Mengen verabreicht, die täglich mehr als die Hälfte ihres eigenen Körpergewichts an frischen Stevia Blättern ausmachten. Das Steviol also in derart extrem gigantisch hohen Dosen verabreicht, das es verwundert das nicht alle Tiere Probleme irgendeiner Art bekamen. Wenn man bedenkt wie viel ein Mensch sich davon einverleiben müsste, um auch nur annähernd eine solche Wirkung zu erzielen, würde dies glatt den Tatbestand einer Körperverletzung erfüllen, da er sich dann an den Blättern regelrecht überfressen müsste. Dennoch ist Stevia in Deutschland noch immer nur als Rohmaterial für die Zahn- und Hautkosmetik zugelassen und nicht wie in den meisten Ländern der Welt als Lebensmittel. Was den Verdacht aufkommen lässt, das die hiesige Zuckerindustrie recht viele Freunde und Gönner hat und die Pharmaindustrie etwas gegen Gewinneinbußen, die durch den zu Verlust an erkrankten Diabetikern, Übergewichtigen und Personen mit Zahnproblemen zu erwarten wären. Wobei im Grunde nicht einmal die Kartoffel bei uns zugelassen wäre, wenn es diese nicht schon vor den meist recht eigenwilligen Lebensmittel Regelungen des Europäischen Marktes bei uns gegeben hätte. Positiv ist jedoch, das solange der Rechtsstreit zur Zulassung bei uns noch läuft, die Pülverchen, flüssig Konzentrate sowie Kräuter-, Gewürz- und Früchteteemischungen die getrocknete Blätter der Stevia rebaudiana aus ökologischem Anbau beinhalten und aus diesen bestehen, auch weiterhin in Deutschland uneingeschränkt vermarktet werden dürfen. Wie man sieht sind nicht nur die Stevia Pflanzen an sich, sondern ebenso die aus ihr gewonnenen Produkte äußerst vielseitig in ihrer Erscheinungsform und Verwendungsmöglichkeit. Es wird also Zeit das man in Deutschland endlich aufwacht und etwas anerkennt was einem die Natur schenkt und was andere weltweit schon seit langer Zeit nutzen.
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